Untersuchung

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Sexualpsychologische Untersuchung

Klinische Sexualdiagnostik

Sexualpsychologische Testdiagnostik

Forensische Sexualdiagnostik

 

Sexualpsychologische Untersuchung

Diese Untersuchungen dienen der Aufklärung von Unklarheiten, Problemen und Störungen des sexuellen Erlebens und Verhaltens. Ein Beispiel für eine typische sexualpsychologische Untersuchung ist die dreidimensionale, differenzierende Analyse der Sexualpräferenz, wenn Unklarheiten bezüglich der sexuellen Orientierung (auf das männliche und / oder weibliche Geschlecht), der sexuellen Ausrichtung und Neigung (zu einem bevorzugter Typus und Modus) bestehen.  

Klinische Sexualdiagnostik

Im Rahmen klinisch-sexualpsychologischer Untersuchungen geht es um die differentialdiagnostische Zuordnung bestimmter Symptome zu einschlägigen Sexualstörungen. Eine sexualdiagnostische Untersuchung bildet die unabdingbare Voraussetzung für die Planung und Aufnahme einer Sexualtherapie. Erst durch eine gründliche Untersuchung kann ein Überblick über die vorliegenden Problem- und Störungsbereiche des partnerschaftlichen und sexuellen Erlebens und Verhaltens gewonnen werden. Ohne vorausgehende Sexualdiagnostik gleicht eine Sexualtherapie einem Blindflug. Es gilt dasselbe, wie bei jeder Behandlung: Wenn man nicht genau weiß, was jemand hat, kann man keine wirksame Behandlung einleiten bzw. keine sachverständige Therapie durchführen.
Den Kern einer sexualpsychologischen Untersuchung bildet die gesprächsbasierte Exploration. Hier wird in Form eines Leitfaden-Interviews eine sexualbiographische Anamnese erhoben. In diesem Gespräch werden alle wesentlichen Aspekte des partnerschaftlichen und sexuellen Erlebens und Verhaltens über die Lebensspanne erörtert. Ergänzt wird diese gesprächsbasierte Exploration um sexualpsychologische Fragebögen, durch welche alle relevanten Informationen in standardisierter Weise (zum Ankreuzen) erhoben werden.

Sexualpsychologische Testdiagnostik

Eine sexualdiagnostische Untersuchung wird in der Regel ergänzt durch eine standardisierte Informationserhebung mit Hilfe von sexualpsychologischen Fragebögen (ausformulierte Fragen zum Ankreuzen). Fragebogen sind so zu sagen die bildgebenden Verfahren der Psychodiagnostik. Ergebnisse von Testverfahren können also gewissermaßen als Röntgenbilder von persönlichen Merkmalen und Eigenschaften aufgefasst werden. Daraus wird ersichtlich, dass Fragebögen niemals eine psychologische Untersuchung ersetzten, aber sinnvoll ergänzen können. Eine Übersicht über die hier eigesetzten Verfahren findet sich hier: Forschung.

 

Forensische Sexualdiagnostik

Einen Sonderpunkt im Bereich sexualpsychologischer Untersuchungen bildet die Forensische Sexualdiagnostik. Hier werden zum Beispiel im Rahmen von Gutachtenaufträgen gerichtliche Fragen beantwortet. Solche Fragen können sich auf das Umgangs- und / oder Sorgerechtes für gemeinsame Kinder beziehen, wenn im Falle einer zivilrechtlichen Auseinandersetzung Vorwürfe wegen des Konsums von Kinderpornografie oder wegen des Verdachts des sexuellen Kindesmissbrauchs erhoben werden. Die häufigste gerichtliche Fragestellung der forensischen Sexualdiagnostik bezieht sich auf die Schuldfähigkeit und Prognose von Personen, die einem Strafverfahren wegen Sexualdelikten ausgesetzt sind.
Ein anderes Tätigkeitsfeld im Rahmen der forensischen Sexualdiagnostik sind Begutachtungen zur Frage der Vornamenänderung sowie zu Operationsindikationen bei Personen mit Verdacht auf transsexuelle Geschlechtsidentitätsstörungen.